Kathedrale
Dresden (ehem. kath.
Hofkirche)
Vertragsabschluß: 27.7.1750, Weihe: 2.2.1755
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Disposition: |
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Hauptwerk |
Oberwerk |
Brustwerk |
Pedalwerk |
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Prinzipal 16' |
Quintaden 16' |
Gedackt 8' |
Untersatz 32' |
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Bordun 16' |
Prinzipal 8' |
Prinzipal 4' |
Prinzipalbaß 16' |
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Prinzipal 8' |
Gedackt 8' |
Rohrflöte 4' |
Oktavbaß 8' |
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Rohrflöte 8' |
Quintaden 8' |
Nassat 3' |
Oktavbaß 4' |
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Viola di Gamba 8' |
Unda Maris 8' |
Oktave 2' |
Pedalmixtur 6fach |
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Oktave 4' |
Oktave 4' |
Sesquialtera |
Posaunenbaß 16' |
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Spitzflöte 4' |
Rohrflöte 4' |
Quinta 1 1/2 ' |
Trompetenbaß 8' |
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Quinta 3' |
Nassat 3' |
Sufflöt 1' |
Clarinbaß 4' |
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Oktave 2' |
Tertia |
Mixtur 3fach |
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Tertia |
Oktave 2' |
Chalumeaux 8' |
Koppeln |
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Cornett 5fach |
Flaschflöt 1' |
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BW - HW |
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Mixtur 4fach |
Mixtur 4fach |
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OW - HW |
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Zimbeln 3fach |
Echocornett 5fach |
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HW - PW |
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Trompete 8' |
Vox Humana 8' |
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Fagott 16' |
Schwebung |
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Tremulant (Hauptwerk) |
Als dieses Instrument am 2. Februar 1755 geweiht wurde, war der Meister bereits über ein Jahr tot. Er verstarb während des Baues der Orgel am 4. August 1753. Sein Schüler und Mitarbeiter Zacharias Hildebrandt hat das letzte und zugleich größte Werk Silbermanns vollendet.
Doch der Reihe
nach:
Im Jahre 1750 schloß der Sächsische Hof mit
seinem Hoforgelbauer Gottfried Silbermann den Vertrag über den
Bau einer Orgel für das damals noch nicht ganz fertige
Gotteshaus, das 1751 geweiht wurde. Im Vertrag war festgehalten, daß
das Orgelwerk 47 klingende Stimmen, verteilt auf drei Manuale und
Pedal, erhalten und 20.000 Taler kosten soll. Bereits zwei Wochen
nach Vertragsabschluß hat Silbermann Zacharias Hildebrandt als
Werkführer beauftragt. Daß dieser das Werk zur Vollendung
führen sollte, hat zu diesem Zeitpunkt niemand geahnt. 1752 hat
Silbermann seine Werkstatt zumindest teilweise nach Dresden verlegt,
auch seine Mitarbeiter bezogen hier Quartier.
Das Gehäuse der Orgel zeigt ähnlich dem der Frauenkirchenorgel eine Zweiteilung. Unterhalb des Simses befindet sich das Brustwerk, unter diesem der Spielschrank. Oberhalb des Simses ist das Hauptwerk angeordnet. Für den Betrachter des Instrumentes kaum sichtbar sind das Oberwerk und das Pedalwerk. Das Oberwerk befindet sich hinter dem mittleren Pfeifenturmes ganz oben. Bei genauer Betrachtung kann man es zwischen den Pfeifen hindurch sehen. Das Pedalwerk ist von außen gänzlich unsichtbar, es befindet sich im hinteren Teil der Orgel.
Wie bei Silbermann üblich ist das Pfeifenwerk auf C- und Cis-Laden, das Pedal auf Groß- und Kleinpedal aufgeteilt. Das Cornett im Hauptwerk steht aufgebänkt (1 Meter) hinter dem Prospekt. Die Windladen bestehen aus Eichenholz, ansonsten wurde Tanne und Fichte verwendet. Die Gedackten und Rohrflöten sowie die Nasaten sind aus Orgelmetall (70% Blei, 30% Zinn), die anderen Register aus englischem Zinn gefertigt.
Die Orgel war im Original warscheinlich auf den damaligen Kammerton mit ca. 413 Hz gestimmt. Durch spätere Eingriffe ist das aber nicht mehr genau nachweisbar. Seit 1836 liegt die Pflege der Orgel in den Händen des damals frisch ernannten Hoforgelbauers Johann Gotthold Jehmlich. Dessen Nachfahren, die heutige Firma Jehmlich Orgelbau Dresden, pflegen das Instrument bis heute. Im Jahre 1884 wurde die Orgel erstmals geringfügig höher gestimmt. Damals erhielten im Sinne einer "Romantisierung" des Klanges zahlreiche Pfeifen Kernstiche. 1937 erfolgten nochmals zahlreiche Eingriffe in das Orgelwerk sowie eine Höherstimmung auf 440 Hz. Dabei wurden viele Pfeifen mit Stimmschlitzen versehen, die kleineren ab 1' wurden gekürzt.
Das die Orgel Anfang 1944 ausgelagert wurde und so als einzige der drei Dresdner Silbermann-Orgeln der Zerstörung entging, geht vermutlich auf eine Anregung der Gebrüder Jehmlich an den damaligen Porbst der Hofkirche, Wilhelm Beier, zurück. Beim Bombenangriff auf die Stadt am 13. Februar 1945 wurde auch die Hofkiche schwer beschädigt. Das Gehäuse der Silbermannorgel und Teile der Windanlage wurden ein Raub der Flammen, doch das Pfeifenwerk war dem durch die Auslagerung entgangen.
1962 war das Hauptschiff der Hofkirche wiederhergestellt und die Firma Jehmlich erhielt 1963 den Auftrag mit der Bestandsaufnahme und Restaurierung der Orgel zu beginnen. Sie sollte möglichst originalgetreu erfolgen, was nicht 100prozentig gelang. Das lag zum Einen an teilweise irreparablen Schäden, zum anderen aber auch an Meinungsverschiedenheiten zwischen Restauratoren und Organisten, bei denen sich letztere durchsetzen konnten. Der technische Aufbau wurde von Gerhard Lehmann völlig neu entwickelt, Gehäuse und Prospekt wurden von der Tischlerei Engelstädter angefertigt. Das Schnitzwerk wurde von Walther Thürmer und Rosi Schwabe, nach 1980 durch die Holzbildhauerwerkstatt Jäger wiederhergestellt.
Der Tastenumfang der Manuale wurde im Original wiederhergestellt, im Pedal wurde aus der 1937er Erweiterung die Töne cis' und d' belassen. Das Pfeifenwerk, das bis auf die Unda Maris 8' im Oberwerk original erhalten geblieben ist, wurde auf 440 Hz gestimmt. Die Unda Maris wurde mensurgerecht nachgebaut. Am Pfingstmontag, 30. Mai 1971, erklang die Orgel im Pontifikalgottesdienst erstmals wieder. Im nachmittäglichen Festkonzert spielte Eberhard Bonitz, der Organist, der sie 1944 als letzter gespielt hatte.
2001/2002 wurde die Orgel erneut überholt. Sie erhielt neben einer neuen Balganlage auch ihre ursprüngliche Stimmung von ca. 415 Hz (gleichschwebend) zurück. Eine schwierige Aufgabe, da zusätzlich angebrachte Stimmschlitze verschlossen und verkürzte Pfeifen aufgelötet, Holzpfeifen aufgeleimt, werden mußten. Am 3. November 2002 wurde das Instrument in altem Glanze wiedergeweiht.